Die Bandunion beginnt nicht mit einem fertigen Plan, sondern mit einer Tour, die zunächst nicht zustande kommt. 1998/1999 wollen Franz Preihs und Alexander Pfeiffer die steirische Band Missing Link und die Wiener Band the banana trees gemeinsam auf die Straße bringen. Aus dem ausgefallenen Konzertprojekt wird eine CD-Idee – und aus dieser CD-Idee eine Musikinitiative, die über mehr als ein Jahrzehnt Bands, Bühnen, Medien und Menschen miteinander verbindet.
Die Geschichte der Bandunion ist deshalb auch eine Geschichte von Umwegen: von der ersten Compilation zum Labelprojekt, vom CD-Regal auf die Clubbühne, von Wien nach Malta und Kuba, vom Konzertabend zum Film und ins Radio.
1998/99–2011: Die wichtigsten Stationen
Eine Tour fällt aus – Bandunion entsteht
Franz Preihs und Alexander Pfeiffer planen eine gemeinsame Tour von Missing Link und the banana trees. Die Tour findet zunächst nicht statt. Statt die Idee aufzugeben, machen sie daraus eine Compilation. Die erste Bandunion-CD ist der Anfang.
Die erste Veröffentlichung
Die erste CD entsteht mit viel Eigenarbeit und den begrenzten Mitteln einer unabhängigen Initiative. Bands teilen sich die Veröffentlichung, empfehlen einander weiter und schaffen gemeinsam etwas, das für eine einzelne Band schwer erreichbar wäre: Aufmerksamkeit über den eigenen Proberaum hinaus.
Die Website wird zum Treffpunkt
bandunion.at bringt Bandliste, Nachrichten, Ausschreibungen, Musik und Kontakte an einen Ort. Radioeinladungen, Empfehlungen aus dem Musiker*innenkreis und persönliche Begegnungen auf Konzerten führen neue Bands zur Initiative.
Michael Zeisel kommt dazu
Franz Preihs konzentriert sich auf seine Spitzensportkarriere. Michael Zeisel übernimmt 2001 seine Rolle als Partner. Gemeinsam mit Alexander Pfeiffer entwickelt er die Bandunion weiter und begleitet die nächsten Veröffentlichungen und Konzertjahre.
Aus der Idee wird ein Labelprojekt
Mit Bandunion II wird die Arbeit größer und verbindlicher. Die Bandunion spricht mit Sponsor*innen, tritt als Label auf und verbindet die CD-Veröffentlichung mit Konzerten, Medienarbeit und einer eigenen Community. Eine Compilation ist jetzt nicht mehr nur eine Sammlung von Songs, sondern ein Anlass, sich zu treffen.
Bandunion Day 2 im Reigen
Spankys Bungalow, Bramp, blended und Kenny spielen im Reigen. Bandunion II bekommt einen eigenen Abend mit Bühne und Publikum – genau jene Verbindung von Veröffentlichung und Liveerlebnis, die für Bandunion typisch wird.
Bandunion Day 3
Tripminus, Juicy, Ammagamma und Surfdog7 stehen beim nächsten Bandunion-Abend auf der Bühne. Trotz starken Regens kommen rund 240 Besucher*innen. Die Bandunion wächst nicht durch große Apparate, sondern durch Abende wie diesen.
Vol. III, Chelsea und Malta
Die Beangrowers aus Malta spielen mit österreichischen Support-Acts wie Tripminus und Surfdog7. Im Chelsea und im Shelter treffen Wiener Bands auf internationale Gäste. Bandunion Vol. III öffnet die Reihe für österreichische, maltesische und US-amerikanische Acts.
Bandunion auf der Donauinsel
Urban Ego, Seltsam, JABA, Rebel Scope, BCSB, Kaleidoskop, Kenny, Karli und Blended werden im Umfeld des Donauinselfests genannt. Die Bandunion ist damit nicht nur in kleinen Clubs präsent, sondern auch im größten Wiener Open-Air-Rahmen.
B72, Luftbad und Bandunion IV
Brandysh, Milch, Zue, Karli, One Eleven, 7 Caged Tigers, Schattenparker, Guantanamo und Slow Down stehen in der Konzertübersicht der Wiener Abende. Bandunion IV erscheint als internationale Doppel-CD mit 20 Interpret*innen und 40 Songs aus Österreich, den USA, Malta, England und Schottland.
Bands4Burma im Luftbad
An jedem ersten Samstag spielen Bandunion-Bands und befreundete Acts im Luftbad für ein Bildungsprojekt in Burma. Die Einnahmen sollen Schulmaterial für eine Schule in einer armen Region finanzieren. Die Konzertreihe zeigt, dass die Bandunion Musik nicht von ihrem Umfeld trennen will: Ein Abend kann zugleich Konzert, Begegnung und konkrete Hilfe sein.
Bandunion V
Bandunion V verbindet österreichische und maltesische Musik. Die Ausgabe umfasst 20 Tracks und eine zusätzliche Zugabe von Richard Kapp. Reviews bei Planet Music, New Noize, Volumetv und Medazzarock begleiten die Veröffentlichung.
Eine Stimme für Nachwuchsbands
Alexander Pfeiffer, Kopecky und Korbel starten eine englischsprachige Untersuchung zur Situation österreichischer Nachwuchsbands. Es geht um die Arbeit der Bands und um die Frage, welche Qualität Clubs und Konzerthallen jungen Musiker*innen bieten. Parallel entsteht die Idee einer Bandunion Online Edition.
Yusa aus Kuba
Yusa aus Kuba steht für die internationale Seite der Bandunion. Die Compilations und Kontakte reichen inzwischen weit über Wien hinaus und verbinden Musiker*innen aus Österreich, Malta, Kuba, England, Schottland und den USA.
We Play for Kinnie
Kinnie Österreich und Bandunion veranstalten fünf Wiener Abende: David Sporrer und My Sisters Name Is Frank im Luftbad, brain drain und four x im Shelter, blended und Richard Kapp im Luftbad sowie Karli, Schattenparker und Insecure. Den Abschluss bildet eine Malta Party Night. Besucher*innen erhalten eine Bandunion-Compilation und ein Glas Kinnie.
Bandunion TV und neue Bühnen
Bei der Kinnie-Reihe startet Bandunion TV. Ein weiterer Beitrag widmet sich Richard Kapp im Haus der Musik. Beim ABC 2007 gewinnt Rooga aus Wien; JABA wird als Bandunion-Veteran genannt, Bandunion-Preise gehen an Weird und die Pamstiddn Kings.
Bandunion VI und VII
Die Reihe wächst weiter. Bandunion VI und Bandunion VII führen die Mischung aus österreichischen Bands, internationalen Gästen und neuen Medienformaten fort. Beide Ausgaben sind heute auch auf Spotify zu finden – ebenso viele einzelne Songs aus dem Umfeld der Compilations.
Forum, cult.café und Film
Die Website bekommt ein Forum. Das cult.café lädt junge Bands zu ersten Bühnenerfahrungen ein. Das Filmprojekt „A Maltese Love Story – 21 Things You Have To Know About Malta“ verbindet Malta, Film und Musik aus dem Bandunion-Umfeld.
Bandunion im Radio
Ein Eldoradio-Feature fasst die Geschichte zusammen: die Gründung mit Franz Preihs, den Wechsel zu Michael Zeisel, sieben Compilations, mehr als 200 organisierte Konzerte mit über 50 Gast-Acts und die internationalen Kontakte.
Was diese Geschichte zusammenhält
Die Bandunion hat Bands nicht nur auf CDs gebracht. Sie hat ihnen Konzertabende organisiert, Kontakte vermittelt, Medienaufmerksamkeit verschafft und sie mit einem Publikum verbunden. Chelsea, Shelter, Reigen, Luftbad, B72, Sargfabrik, Posthof Linz und die Donauinsel sind die Bühnen dieser Geschichte.
Im Mittelpunkt stehen Franz Preihs, Michael Zeisel und Alexander Pfeiffer – und die vielen Bands, die aus einer gemeinsamen Idee eine lebendige österreichische Musikszene gemacht haben. Die Bandunion zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen nicht auf die perfekte Gelegenheit warten, sondern selbst eine schaffen.
Die Geschichte auf Video
A Maltese Love Story
Malta, Musik und die Geschichte hinter dem Filmprojekt.
Bitterside Tour Austria
Bitterside unterwegs in Österreich.
Corkskrew
Ein Konzertmoment aus der Bandunion-Zeit.
Top 21 Alex Pfeiffer Selection auf Spotify
2005–2007: 2121 – eine Liebesgeschichte mit Soundtrack
In den Jahren 2005 bis 2007 schrieb Alexander Pfeiffer 2121 – Die Geschichte von Peter Berger und Dori Tanzl. Der 2007 bei Edition Nove erschienene Roman erzählt von zwei jungen Menschen aus Wien, die sich kennen, aus den Augen verlieren und wieder begegnen. Es ist eine erfundene, vielleicht stellenweise leicht autobiographische Love Story – und zugleich ein Buch zum Mithören im Kopf.
Jedes der 45 Unterkapitel hat einen eigenen Song. Neben internationalen Namen tauchen auch Bands aus dem Bandunion-Umfeld auf, darunter Corkskrew, .blended und Karli. Die Musik wird damit zum emotionalen Soundtrack der Handlung und verbindet Literatur, persönliche Erinnerung und die österreichische Independent-Szene.
2121 – Die Geschichte von Peter Berger und Dori Tanzl · Stormbringer-Review